Eine weitere Info, die ich aus dem Entwicklungsgespräch mitnehmen konnte war, dass Arthur sich einen klar strukturierten Tagesablauf aufgebaut hat. Dieser beginnt beim Frühstück mit seinen besten Freunden, danach wird gemalt – entweder bis zum Mittagessen oder mit einer kurzen Unterbrechung für die Kita-Angebote. Nach dem Mittag sucht er sich meistens das Kreativzimmer für die Mittagspause aus, malt weiter und nachmittags geht’s dann raus bis alle zum Bus müssen. Hier und da verschlägt es ihn noch ins Bauzimmer aber die Turnhalle interessiert ihn eigentlich kaum noch. Warum? Weil er ganz genau weiß, dass er nachmittags eh rausgeht und die Zeit lieber für andere Sachen nutzt. Und seine Leidenschaft gilt seit ein paar Monaten dem Malen. Jeden Tag bringt er 10 bis 20 Eigenkreationen mit nach Hause. Und es ist so spannend zu sehen, wie er einen eigenen Stil entwickelt hat, wie sich dieser weiterentwickelt und wie er sich auch mehr und mehr für Buchstaben interessiert, um seine Bilder zu betiteln und natürlich auch zu signieren.


Dabei verarbeitet er meist die Filme oder Geschichten, die ihn gerade interessieren. Nachdem wir Madagaskar gesehen haben, malte er nur noch Löwen, seit den Superwings und PJ Masks folgen die Serienhelden und natürlich ist auch Darth Vader immer am Start. Auch einige Szenen aus seinem Alltag wie Omas oder unser Haus mit 1000000en Stufen oder der Running Gag von Omar’s kaputtem Auto finden immer wieder Einzug in seine Bilder. Omar’s Auto? Die Kids spielen im Hof immer mit einem Dreirad-Anhänger-Ding, was sie nur „Taxi“ nennen. Und irgendwie läuft es jedes Mal darauf hinaus, dass sie Unfälle bauen und einmal war eben besagter Omar im gegnerischen Lager. Als Folge gibt’s bei Arthuros Autobildern des Öfteren ein brennendes, explodierendes Auto, was Omar gehört und alle Jungs zum Lachen bringt.


Letztens haben wir uns die Geburtsklinik für sein Brüderchen angeschaut und mussten ihn gezwungenermaßen mitnehmen. Glücklicherweise konnte ich noch einen Kugelschreiber und ein letztes Blatt Papier in meiner Tasche finden. Damit hat er sich dann ganz brav 1,5 Stunden beschäftigt. Auch morgens vor der Kita und während wir am Wochenende Mittagschlaf machen, setzt er sich tiefenentspannt ins Wohnzimmer und malt, schneidet, klebt was das Zeug hält. Dazu noch ein bisschen Kindermusik und er versinkt wunderbar in seiner eigenen Kreativität.

 


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