Wie stark und gleichzeitig schwach können wir doch sein. Die letzten Wochen kamen mir vor wie ein Kampf, in dem es immer hieß: powern, powern, powern! Bis zum Anschlag und immer weiter, ohne Halt, ohne Punkt und Komma. Zeit zum Luftholen? Zu knapp, um sie wirklich nutzen oder gar genießen zu können.

Was wir im Herbst als Krankheitswelle abgetan haben, war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Fiasko der letzten Monate. Seit Anfang Februar schienen die Wellen an Viren, Bakterien, Keimen und Erregern, die täglich auf uns niederkommen, sich förmlich zu überschlagen und auf uns einzuprasseln. Nebenbei wuchsen auch die Arbeitsaufträge, die ein Fehlen unsererseits eigentlich schier unmöglich machten. Aber der Körper ist und bleibt Herr über den Geist. Nur ansatzweise kann ich mir ausmalen wie es unserem Junior ergangen sein muss, wenn ich unsere eigene Lage betrachtete.

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als einmal stand ich im völligen Delirium in der Küche, zugedröhnt mit Antibiotikum und Energydrinks, um einigermaßen klar denken zu können. Doch was macht ein kleiner Junge, er sich nicht so artikulieren kann? Der kraftlos die Wärme seiner Eltern sucht und garnicht mehr alleine schlafen, laufen, essen kann? Gerade weil er sich nicht ausdrücken kann, merkten wir seine Mittelohrentzündung auch erst als sein Trommelfell riss und der Eiter in Schwallen lief. Doch das war nur ein Auszug aus der Serie von Grippe und Co. Wie eine Dauerschleife schien sich immer wieder das Gleiche zu wiederholen: Grippe, Erkältung, Magen-Darm, Mittelohr-, Bindehautentzündung und zahnen. Gott sei Dank sind wir Scharlach und den Masern entkommen, die deutschlandweit kursierten. Aber es würde mich nicht wundern, wenn sie bereits an unserer Haustür stehen und nur noch nach dem richtigen Klingelschild suchen.

Ich, nein wir, sind platt! Wir probieren das Beste aus der Situation zu machen und warten sehnsüchtig auf den Frühling. Dann werde ich hoffentlich auch die Zeit und Lust finden, die spannenden Geschehnisse der letzten Monate Revue passieren zu lassen.

 


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