Gestern lag ich zusammen mit meinen beiden Männern im Bett und dachte über Kinder nach. Mir gingen Szenen quängelnder, bockiger Mädchen, wie ich sie so oft unterwegs erlebe, durch den Kopf und ich war erleichtert einen so unkomplizierten Jungen zu haben. Die Dramen, und ja natürlich gibt es sie bei uns auch, sind weniger dramatisch und Zickereien weniger zickig.

Just in dem Moment meiner Erleichterung rollte sich Herr Arthur neben mich, platzierte seinen Popo direkt neben mein Ohr und lies einen lauten, kräftig-deftigen Furz ab. Als sei das nicht genug, wälzte er sich auf meinen Kopf und platzierte sein kleines Hinterteil direkt auf meinem Gesicht, um es als Hüpfburg zu benutzen. Jungs sind klasse!

Wie sehr meine Vorstellungen von einem lieben, braven Jungen doch abweichen bewies mir dann der letzte Elternabend. Plötzlich wurden Geschichten von meinem süßen Sohn ausgepackt, bei denen ich nicht wusste ob ich lachen oder mich schämen sollte. Ich tat beides! Denn zu hören wie sich der kleine Rabauke mit anderen Mini-Kerlen rauft, während er den Mädchen Luftküsse zuwirft, war einfach zu komisch. Am besten aber war die Geschichte, wie sich Arthuro und sein bester Freund Ketim vor Lachen krummbiegen, während sie sich gegenseitig schubsen und prügeln, bis einer heult. Manchmal habe ich das Gefühl die beiden können nicht mit aber auch nicht ohne einander.

Auch nett zu hören war, dass er anderen beim Frühstück Essen klaut und sich damit einfach vom Acker macht. Er also 2 „üble“ Taten mit einmal verbindet: Stehlen und nicht am Tisch sitzen bleiben. Seufz. Irgendwie scheinen die Erzieher von einem völlig anderen Kind zu sprechen.

Nachdem ich (männliche) Freunde und Kollegen gefragt habe und die meinten, dass das alles normal und prügeln sogar wichtig zur Sozialisierung sei, hab ich durchgeatmet und meine kleine freche Nudel umarmt und abgeknutscht. Also alles wie immer.

 


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